Orthomolekulare Medizin
Kurzinformationen:
Der doppelte Nobelpreisträger Prof. Linus Pauling definierte die Orthomolekulare Medizin folgendermaßen:
„Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.“
Eines der Standardwerke in diesem Zusammenhang (zur Zeit leider vergriffen) ist das Buch „Nährstoff-Therapie bei psychischen Störungen“ von Dr. rer. nat. Dr. med. Carl C. Pfeiffer.
Dr. Lothar Burgerstein, der von Pfeiffer nach einem schweren Unfall behandelt und mit der Orthomolekularen Medizin (Nährstofftherapie) gerettet wurde, übersetzte das Buch (Originaltitel: The Golden Pamphlet). Er schreibt:
„Die orthomolekulare Therapie sucht und behebt die Ursachen der Krankheit, sie strebt nach Heilung der Krankheit, respektive nach echter Prävention, während bei der Schulmedizin in vielen Fällen lediglich die Symptome, die Schmerzen, behandelt werden und das Kranksein als solches bestehen bleibt – ein Kranksein, das immer perfekter, raffinierter und auch teurer behandelt werden kann. Dies ist die Ursache der ständig steigenden Krankenkosten.“
Pfeiffers 1970 erschienenes Buch beschreibt verschiedene Formen biochemischer Ungleichgewichte und deren Folgen. Bereits damals gehörte die Hyperaktivität im Kindesalter dazu – das heute scheinbar so neue und unerklärliche ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit und Hyperaktivitäts-Syndrom).
Seinerzeit bereits wurden die Bezeichnungen Histapenie (Niedriger Histaminspiegel im Blut, hoher Kupferspiegel im Serum) und Histadelie (hoher Histaminspiegel im Blut) geprägt. Andere Studien beschäftigten sich mit der Bestimmung der Konzentrationen von Spurenmetallen im Serum. Und bereits zu jener Zeit wurden bei bestimmten Formen von Depressionen bei Erwachsenen und auch bei hyperaktiven Kindern hohe Kupferspiegel nachgewiesen. Hingegen wurden bei Patienten mit dem Malvenfaktor (Kryptopyrrol) im Urin niedrige Zinkspiegel gefunden.
Studien zufolge wurden Anfang der siebziger Jahre mehrere tausend pyrrolurische Patienten untersucht und behandelt. Dabei wurde festgestellt, dass der Mangel von Vitamin B6 und Zink, die Kryptopyrrolurie, die ein Wegbereiter für so viele Krankheiten sein kann, durch Früherkennung und Substituierung der fehlenden Substanzen zu beheben ist.
Nährstofftherapie
In Pfeiffers Standardwerk „The Golden Pamphlet“ (deutsch: Nährstoff-Therapie bei psychischen Störungen; genaue Literaturangabe siehe unter Orthomolekulare Medizin) geht es um
a) Ernährungs- und Nährstofftherapie für die individuelle Behandlung psychischer Krankheitszustände wie
- Schizophrenie
- Epilepsie
- Autismus
- Hyperaktivität
- Histapenie
- Histadelie
- Pyrrolurie
- Zerebrale Allergie
- Nahrungsbedingte Hypoglykämie
b) Krankheitszustände bei Hauterkrankungen: Psoriasis
c) Krankheitszustände bei Stoffwechselerkrankungen:
- Arthritis
- Hypoglykämie
- Diabetes
- Hypertonie
- Herzerkrankungen
- Arteriosklerose
- Migräne
- Alkoholismus
d) Nährstoffe für das Zellwachstum:
- in der Schwangerschaft
- bei Krebs
- Fertilität
- Sport
e) Nährstoffe bei Schlaflosigkeit
f) Nährstoffe bei Adipositas (Fettsucht)
Ernährung
Die Angaben zu diesem Thema sind noch in der Erarbeitung (Fertigstellung Ende 2005). Vorläufige Kurzinformationen:
Sollten Sie zu den Pyrrolikern gehören, denken Sie daran, dass Ihr Körper nicht in der Lage ist normal zu entgiften. Versuchen Sie daher, sich möglichst gut, frisch und naturbelassen zu ernähren.
Vermeiden Sie Fertignahrung. Nutzen Sie Sonderangebote in Naturkostläden und Reformhäusern oder in Supermärkten mit entsprechenden Abteilungen.
Essen Sie saisongerecht. Keine Erdbeeren im Februar und keine Kirschen im Mai! Weintrauben und Erdbeeren sollen stark mit Pestiziden belastet sein.
Misstrauen Sie Gemüse und Obst, das makellos schön und übergroß ist – und dazu fast ewig haltbar.
Trinken Sie viel Wasser. Ein großes Glas Wasser am Morgen nach dem Aufstehen „putzt“ den Körper. Es muss kein „Wasser mit Seife“ sein! Gut warmes Wasser hilft auch. Denken Sie daran: Ihr schmutziges Geschirr spülen Sie auch mit heißem Wasser.
Lebens-Mittel sollten Mittel zum Leben sein.
Versuchen Sie, Zigaretten und Alkohol langsam einzuschränken.
Vermeiden Sie unbedingt GLUTAMAT und andere Geschmacksverstärker sowie Wurstwaren mit Nitrat und Pökelsalz.
Mit Weizengras und Spirulina aus dem Reformhaus können Sie beitragen, Ihre Vitamin-B6-Mangelzustände auszugleichen. Das Pulver – je einen Kaffeelöffel – am Morgen zusammen mit einer kleinen Banane und Apfelsaft in den Mixer. Schmeckt gut – und Sie sind gut drauf.
Literaturempfehlungen zum Thema Ernährung:
- Calatin, Anne (Hg.): Ernährung und Psyche, Heidelberg 1995
- Kuklinski, Bodo / Van Lunteren, Ina: Neue Chancen zur natürlichen Vorbeugung und Behandlung von umweltbedingten Krankheiten, Bielefeld 1998
- Kulvinskas, Viktoras: Leben und Überleben, München 1992
- Münzing-Ruef, Ingeborg: Kursbuch für gesunde Ernährung. Die Küche als Apotheke, München 1991
- Münzing-Ruef, Ingeborg: So stärken Sie Ihr Immunsystem, München 1987
- Schneider, Ernst: Nutze die Heilkraft unserer Nahrung, Hamburg o.J.
- Schneider, Ernst: Nutze die heilkräftigen Pflanzen, Hamburg o.J.
- Schneider, Ernst: Nutze die Heilkraft der Natur, Hamburg o.J.
- Wigmore, Ann: Lebendige Nahrung ist die beste Medizin, München 1990
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